Verschreibung von Komplexmitteln

Bei der Verwendung homöopathischer Komplexmittel geht die Anwendung der homöopathischen Mittel nach bewährten Indikationen noch einen Schritt weiter: Hierbei werden mehrere homöopathische Arzneimittel, von denen bekannt ist, daß sie einen Bezug zu bestimmten Krankheitszuständen haben, in einem Medikament vereinigt und kommen dann gegen diese Krankheitszustände zum Einsatz. Auch diese Mittel werden meist über einen längeren Zeitraum täglich verordnet.

Zusätzlich zu den Problemen, die bereits bei der Verordnung homöopathischer Mittel nach bewährten Indikationen auftreten können, hat die Verwendung vom Komplexmitteln noch weitere Schwachpunkte:

Die Wirkungsweise mehrerer gleichzeitig angewendeter homöopathischer Mittel ist nicht durch Arzneimittelprüfungen untersucht und niemand weiß, was im Organismus passiert, wenn mehrere Mittel gleichzeitig gegeben werden; so ist es z.B. möglich, daß sich die Wirkungen einzelner Mittel gegenseitig aufheben.

Schon HAHNEMANN sagte, daß es nicht nötig, ja sogar unzulässig sei, mehr als eine Arzneisubstanz auf einmal anzuwenden (§ 273 Organon), da ja das nach dem Ähnlichkeitsgesetz ausgewählte Einzelmittel sämtliche Krankheitssymptome des Patienten abdeckt und heilen kann.

Verschwinden die Krankheitssymptome nach Einsatz eines Komplexmittels, so ist zudem nicht klar, auf welches Einzelmittel dies zurückzuführen ist; eine Nachvollziehbarkeit der Abläufe ist so nicht gegeben. Zudem kann nicht beurteilt werden, ob wirklich Heilung eingetreten ist, also die Lebenskraft gestärkt wurde, oder ob nur die Symptome verschwunden sind, somit evtl. unterdrückt wurden.

 

 

 

 

Dr. rer. nat.        

Susanne von Stamm         

Heilpraktikerin        

Tierheilpraktikerin