Über homöopathische Arzneimittel und Potenzen

Eine weitere Besonderheit der klassischen Homöopathie ist die Potenzierung bzw. Dynamisierung der verwendeten Arzneimittel. Die Ausgangsstoffe  werden hierbei schrittweise verdünnt und dabei immer wieder verschüttelt, wodurch ihre Wirksamkeit um ein Vielfaches erhöht wird.

 

Streng genommen darf aber ein Mittel nur dann als "homöopathisch", also "dem Leiden ähnelnd", bezeichnet werden, wenn es nach dem Ähnlichkeitsgesetz ausgewählt wurde und - darauf liegt hier die Betonung - heilend gewirkt hat. Wenn keine Heilung eingesetzt hat, war das Mittel eben nicht ähnlich, somit also nicht homöopathisch im eigentlichen Sinne des Wortes.

 

Ausgangsstoffe der homöopathischen Arzneimittel sind überwiegend mineralische, pflanzliche und tierische Substanzen. Sie werden nach genau festgelegten Richtlinien, die auf HAHNEMANNS Anweisungen zurückgehen, hergestellt.

 

Homöopathische Mittel kommen in verschiedenen Potenzreihen zum Einsatz. In der klassischen Homöopathie sind die gebräuchlichsten sicher die C-Potenzen (C steht für centum = 100; hierbei wird bei jedem Verdünnungsschritt im Verhältnis von 1:100 verdünnt). Sie wurden von HAHNEMANN entwickelt und lange Jahre angewandt; viele große Homöopathen haben sehr erfolgreich ausschließlich mit diesen C-Potenzen gearbeitet. Häufig eingesetzte C-Potenzen sind z.B. C 30, C 200, C 1.000, C 10.000.

 

Später ging HAHNEMANN zur Verwendung der Q-Potenzen (Q leitet sich von quinquaginta mille = 50.000 ab; bei jedem Verdünnungsschritt wird im Verhältnis von 1:50.000 verdünnt) über; sie haben eine mildere Wirkung als die C-Potenzen und eignen sich besonders gut für die regelmäßige tägliche Einnahme.

Der Begriff LM-Potenzen (L = 50, M = 1.000) wird oft synonym für die Q-Potenzen verwendet, doch weicht die Herstellung von HAHNEMANNS Angaben ab, so daß sich nur eine Verdünnung von 1:22.000 ergibt (s. Carl Classen: Zur Herstellung der Q-Potenzen - http://www.arscurandi.de/service-therap4.html).

 

Beide oben genannten Potenzreihen, also die C- und die Q-Potenzen, haben heute nebeneinander in der klassischen Homöopathie ihre Anwendungsbereiche.

 

Die D-Potenzen (D steht für decem = 10; es wird im Verhältnis 1:10 verdünnt) kommen in der klassischen Homöopathie kaum zum Einsatz; sie werden in Deutschland oft bei der Verschreibung nach bewährten Indikationen und in den Komplexmitteln (s.u.) verwendet.

 

 

 

 

Dr. rer. nat.        

Susanne von Stamm         

Heilpraktikerin        

Tierheilpraktikerin